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Liedtext: Traurig in Sevilla
[von: Wenzel, Album: Traurig in Sevilla, 1998]
Traurig in Sevilla
“Die Zeit der Wunder schwand.
Die Jahre sind vertan.“
Stephan Hermlin
A
Sterne lagen auf den Steinen
Vor den Straßenfegerbesen.
Um Mitternacht war dein Weinen
Um sovieles trauriger gewesen.
Spülte das Wasser den Schmutz und Planeten,
Trägt‘s in den Rio Guadalquivir,
Mit deinen Tränen vorbei an den Städten,
Ins Meer des Vergessens, fort von dir.
Refr.: Traurig in Sevilla.
Die Zeit der großen Wunder ist vertan.
Und der Mond streift deine Wangen.
Ein Jahrhundert ist vergangen.
Und was fängt nun an?
c
Und der Fluß hofft noch immer, so wie einst,
Daß er ins größere Meer einmünde.
Verrate mir bitte, warum du weinst,
Nenne mir wenigsten sieben Gründe.
Weinst du wegen der grauen Mauern
Im düsteren Cordobar?
Oder weil unsre Wünsche nicht überdauern
Nicht einmal ein einziges Jahr?
Singe und lache doch einfach, probier es!
Und weine nicht um des Bettlers Almosen.
Oder weinst du wegen des toten Stieres
Im Sande neben den roten Rosen?
Refr.: Traurig in Sevilla
A
Springen mit Olivenkernen
Aus dem Mund mir, mit den Sätzen,
All die Fragen, fall‘n mit fernen Sternen
In die Spiegel auf den leeren Plätzen.
B
Verfolgt von Kutten aus blauem Samt
Unter Kreuzfahnen von den Balkonen,
Waren wir beide zur Flucht verdammt
Auf dem Kerzenwachs der Prozessionen.
c
Weinst du wegen der Märchenreiche,
Die im Vergangnen verblassen?
Weinst du um Lorcas geschundene Leiche?
Um die toten Zigeuner in den Gassen?
c
Weinst du wegen der sturen Soldaten?
Weinst du um die Süße der verdorrten Traube?
Weinst du um die Gärten, die sie zertraten?
Weinst du um die verirrte Taube?
c
Weinst du wegen der Ignoranz,
Der wir kaum noch lebendig entkommen?
Weinst du um den letzten Tanz,
Bei dem ich dich nicht in den Arm genommen?
c
Weinst du um die Asche verbrannter Gebeine?
Um die ewige Macht der blöden Despoten?
Weinst du um den Duft der Orangenhaine?
Um die steinige Erde, voll von Toten?
c
Weinst du im Rausch des Weines?
Weinst du etwa in meinem Kuß?
Oder wie im Inneren des Steines?
Oder weinst du immer zum Schluß?
Refr.: Traurig in Sevilla.
Die Zeit der großen Wunder ist vertan.
Und der Mond streift deine Wangen.
Ein Jahrhundert ist vergangen.
Und was fängt nun an?
“Die Zeit der Wunder schwand.
Die Jahre sind vertan.“
Stephan Hermlin
A
Sterne lagen auf den Steinen
Vor den Straßenfegerbesen.
Um Mitternacht war dein Weinen
Um sovieles trauriger gewesen.
Spülte das Wasser den Schmutz und Planeten,
Trägt‘s in den Rio Guadalquivir,
Mit deinen Tränen vorbei an den Städten,
Ins Meer des Vergessens, fort von dir.
Refr.: Traurig in Sevilla.
Die Zeit der großen Wunder ist vertan.
Und der Mond streift deine Wangen.
Ein Jahrhundert ist vergangen.
Und was fängt nun an?
c
Und der Fluß hofft noch immer, so wie einst,
Daß er ins größere Meer einmünde.
Verrate mir bitte, warum du weinst,
Nenne mir wenigsten sieben Gründe.
Weinst du wegen der grauen Mauern
Im düsteren Cordobar?
Oder weil unsre Wünsche nicht überdauern
Nicht einmal ein einziges Jahr?
Singe und lache doch einfach, probier es!
Und weine nicht um des Bettlers Almosen.
Oder weinst du wegen des toten Stieres
Im Sande neben den roten Rosen?
Refr.: Traurig in Sevilla
A
Springen mit Olivenkernen
Aus dem Mund mir, mit den Sätzen,
All die Fragen, fall‘n mit fernen Sternen
In die Spiegel auf den leeren Plätzen.
B
Verfolgt von Kutten aus blauem Samt
Unter Kreuzfahnen von den Balkonen,
Waren wir beide zur Flucht verdammt
Auf dem Kerzenwachs der Prozessionen.
c
Weinst du wegen der Märchenreiche,
Die im Vergangnen verblassen?
Weinst du um Lorcas geschundene Leiche?
Um die toten Zigeuner in den Gassen?
c
Weinst du wegen der sturen Soldaten?
Weinst du um die Süße der verdorrten Traube?
Weinst du um die Gärten, die sie zertraten?
Weinst du um die verirrte Taube?
c
Weinst du wegen der Ignoranz,
Der wir kaum noch lebendig entkommen?
Weinst du um den letzten Tanz,
Bei dem ich dich nicht in den Arm genommen?
c
Weinst du um die Asche verbrannter Gebeine?
Um die ewige Macht der blöden Despoten?
Weinst du um den Duft der Orangenhaine?
Um die steinige Erde, voll von Toten?
c
Weinst du im Rausch des Weines?
Weinst du etwa in meinem Kuß?
Oder wie im Inneren des Steines?
Oder weinst du immer zum Schluß?
Refr.: Traurig in Sevilla.
Die Zeit der großen Wunder ist vertan.
Und der Mond streift deine Wangen.
Ein Jahrhundert ist vergangen.
Und was fängt nun an?
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