Musikverlag & Direktversand
Alle Künstler |  Portrait |  Rezensionen

[Rezension zu: Dziuks Küche]

Folkblues mit Humor

[in: Frankfurter Allgemeine Datum: 23. Januar 2007 Autor: Norbert Krampf]
Das Berliner Quartett "Dziuks Küche" spielt heute in der Romanfabrik.

Es gehört zu den seltsamen Ungerechtigkeiten des Musikgeschäfts, dass Danny Dziuk nach all den Jahren immer noch zu den Geheimtipps unter deutschen "Liedermachern" zählt. Dabei sind seine Songs durchdrungen von hinreißend trockenen Humor, mit dem er sich gekonnt zwischen der romantischen Leidenschaft Rio Reisers und dem lakonischen Erzählstil Sven Regeners platziert. Für seinen Freund und ehemaligen "Band-Arbeitgeber" Stefan Stoppok schrieb Dziuk mehr als eine handvoll Stücke, viele seiner Balladen bleiben unbewusst in Erinnerung, ohne plakative Phrasen zu dreschen. Als intelligenter Chronist karikiert Dziuk absurde Alltagssituationen mit kleingeistigen Banken, Kampfhunden und deren Besitzern oder die immer dümmere TV-Unterhaltung. Sprachlich bleibt er absichtsvoll auf dem Boden, amüsiert mit Andeutungen und unter der Hand eingestreuten, dadurch umso witzigeren Übersteigerungen. Trotz aller Ungereimtheiten des Lebens verliert Dziuk offenbar nie die Zuversicht. Eine imaginäre Auseinandersetzung zwischen Kopf und Herz gewinnt natürlich das Gefühl, auch der Abschied von einer alten Liebe gerät ihm eher unsentimental als melancholisch.

Im letzten Jahr veröffentlichte Danny Dziuk sein viertes Album "Gebet und Revolver", dieser Tage erscheint eine Live-CD. Ob im Studio oder auf der Bühne, Dziuks Präsenz und Ausstrahlung erinnern an einen aufrechten, unbeugsamen Underdog, dessen Original eher im amerikanischen Folk als in der französischen Chanson-Tradition oder im deutschen Politsong zuhause ist. Nicht zuletzt sein mitunter etwas vernuschelter Vortrag verleiht dem Berliner charmant-ehrliche Ausstrahlung. Ungekünstelt, beinahe beiläufig erzählt Dziuk mehr als er singt und wirkt dabei wie der weitgereiste Querdenker von nebenan, mit dem man gestern noch die halbe Nacht in der Eckkneipe philosophiert hat. Seine angeraute, zwischen leichtem Näseln und heiserem Raunen changierenden Stimme passt ideal zur bluesgetränkten, stimmungsvoll instrumentierten Musik von "Dziuks Küche".

Der Bandleader selbst wechselt zwischen Tasten und Saiten, begleitet von Kulle Dziuks dezentem Schlagzeug, Bernd Keuls Bass und der E-Gitarre von Hans Rohe. Nicht von ungefähr klingen Dziuk und seine erfahrenen Musiker mitunter wie die sprichwörtliche Session auf der Veranda eines Holzhauses in New Orleans. In den letzten Jahren hat Danny Dziuk in gemeinsamen Projekten oft mit amerikanischen Musikern wie David Lindley, Eric McFadden und Wally Ingram gespielt. Kein Wunder, dass sein Klavier die Atmosphäre einer verrauchten Bar suggeriert, Orgelakkorde soulig swingen, Bottleneck-Phrasen der Gitarre im Song "Flachland" eine musikalische Brücke von Norddeutschland ins Mississippidelta schlagen.



Konzertrezension

Artikel Quelle
Folkblues mit Humor
Das Berliner Quartett "Dziuks Küche" spielt heute in der Romanfabrik. Es gehört zu den seltsamen Ungerecht... [ Rezension anzeigen]
Frankfurter Allgemeine
vom 23. Januar 2007


CD-Rezension

Artikel Quelle
Hintersinn im Song verankert
In der Liederbestenliste des Vereins deutschsprachige Musik belegt Danny Dziuk mit seiner jüngsten CD „Freche ... [ Rezension anzeigen]
Märkische Allgemeine
vom 20. Dezember 2009
FRECHE TATTOOS
Mit dem geringmöglichsten Abstand landete Dziuks Küche mit "Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers" hinter "Se... [ Rezension anzeigen]
Kulturwoche - Austria
vom 16. Februar 2009
Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers
Mit der Küche fing’s an, mittlerweile bespielt er das ganze Haus: Danny Dziuk, dessen hörenswertes Bandprojekt... [ Rezension anzeigen]
Nürnberger Zeitung
vom 28. Januar 2009
Dziuks Küche „Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers“
Danny Dziuk gehört ohne Zweifel zu den besten deutschen Liedermachern – diese These unterstreicht er jetzt ein... [ Rezension anzeigen]
NZ Jounrnal
vom 01. Januar 2009
Dziuks Küche: Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers
Das neue Album eines der begnadetsten Sänger/ Liederschreiber deutscher Zunge beginnt gleich mit dem dylaneske... [ Rezension anzeigen]
Rolling Stone, Short Cuts
vom 01. Januar 2009
Wenn sich die Reihen lichten - Mit seinem neuen Album `Freche Tatoos auf blutjungen Bankiers´ gelingt Danny Dziuk ein großer poetischer und musikalischer Wurf
„Treppe rauf, Treppe runter, immer hübsch, immer munter, Treppe rauf, Treppe rauf, Treppe runter, soso, jaja..... [ Rezension anzeigen]
Tagesspiegel
vom 19. Dezember 2008
Dziuks Küche: Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers
Wieder hat Danny Dziuk in seiner Küche aus dem feinsten Zutaten beste Songs geköchelt. Ein Schuss Ray-Manzarek... [ Rezension anzeigen]
Tip Berlin Nr. 26/ 08
vom 01. Dezember 2008
Gebet und Revolver
Er war der kreative Kollege von Stefan Stoppok und der geistige Vater von jungen Geschichtenerzählern wie ... [ Rezension anzeigen]
German Rock News
vom 01. Februar 2005

zurück zum Portrait von Dziuks Küche